Nov 302018
 
FOMO_lebensfreude-heute

FOMO (Fear of missing out)
= die Angst etwas zu verpassen

Schon mal von diesem Phänomen gehört?

Früher war ich ein klarer Fall von FOMO. Hätten sich „meine Mädls“ schon vor ein paar Jahren gemeinsam zum Sport verabredet, wäre ich auf jeden Fall mitgegangen, auch wenn es mir gerade überhaupt nicht in den Zeitplan gepasst hätte.

Ich wäre auf jeden Fall bei der Familienfeier erschienen, auch wenn mir gerade gar nicht danach zumute gewesen wäre.

Doch ich hätte Angst gehabt, entweder selbst etwas zu verpassen, später nicht mitreden zu können, mich ausgegrenzt zu fühlen oder auch die Chance zu verpassen, für meine Freunde und Familie da zu sein.

img_0985.jpgKennst du das vielleicht auch – von früher oder heute?

Heute achte ich wesentlich mehr auf meine Bedürfnisse, lausche nach innen, bevor ich etwas verbindlich zusage und sage auch mal Nein – meist ohne schlechtes Gewissen. 😉

Eigentlich dachte ich, ich wäre nun weitestgehend „FOMO-befreit“ – doch in den letzten Tagen spüre ich wieder so eine Unruhe in mir.

Meine Tochter ist krank und ich verbringe so gut wie keine Zeit am Schreibtisch stattdessen viele Stunden in unserer selbstgebauten Höhle, in ihrer Spielküche und Händchen haltend neben dem Kinderbett meiner kleinen Patientin.

Ja, auf der einen Seite genieße ich es, als Selbstständige relativ unkompliziert meinen Kalender so umzuorganisieren, dass ich für meine Tochter intensiv da sein kann.

Doch auf der anderen Seite ist sie plötzlich wieder da! Die Angst, etwas zu verpassen. FOMO hat wieder zugeschlagen und wenn ich ehrlich bin, nicht erst seit dieser Woche.

Denn ich habe so ein starkes Bedürfnis, meine Mitmenschen mit Lebensfreude und guten Gedanken anzustecken, es liegt mir so sehr am Herzen, Euch – meinen Bloglesern – eine lebensfreude-heute Botschaft zu senden, dass ich manchmal unruhig werde, wenn mir dies nicht regelmäßig gelingt. „Wie habe ich das früher nur TÄGLICH geschafft?!“, kommt mir dann ganz oft in den Sinn…

Obwohl meine Lebenssituation heute ganz anders aussieht, möchte ich trotzdem die Chance nicht verpassen, so oft es geht, etwas Gutes zu tun, von neuen Inspirationen zu berichten oder auf etwas Aktuelles aufmerksam zu machen.

Am Samstag (1.12.2018) feiert beispielsweise mein Lebensfreude-Blog seinen 7. Geburtstag und ich habe mir schon länger vorgenommen, an diesem Tag ein paar Meilensteine, Erkenntnisse, Gedanken, Ausblicke und Geschenke zu (ver)teilen.

Doch die vielen Vorträge und Aktionen, die Büroarbeit, die Familienzeit, die vielen Baustellen in meinem neuen Zuhause lassen mir gerade keine Zeit dafür. Denn auch all diese Dinge sind mir wichtig und abends – wenn Töchterlein und Computer schlafen –  reicht die Energie oft nur noch für 1-2 weitere Umzugskisten, für den vollen Geschirrspüler, für ein Telefonat mit der Familie oder eben für eine regenerierende Portion Selbstfürsorge: für Meditation, eine Zeitschrift oder einen inspirierenden Podcast – Stillstand statt Vorankommen, Input statt Output.

Ja, ich entscheide mich meist bewusst dafür und doch spüre ich aktuell verstärkt meine Unruhe, weil bei anderen Herzensprojekten nichts voran geht.

landscape-1837172_640Die Unruhe ist da, doch weißt du was? Diese Unruhe jetzt ganz bewusst zu spüren, sie beim Namen zu nennen und zuordnen zu können, beruhigt mich sofort ein Stück. Denn dadurch, dass ich mir meine Angst vor dem (angeblichen) Zu-langsam-sein, bewusst mache, kann ich diese Angst mit etwas Abstand betrachten.

Ja, irgendwie muss ich sogar ein wenig darüber lächeln.

Und so möchte ich die nächsten Tage ganz bewusst geduldig mit mir und meinen Plänen, Wünschen und Zielen sein.

Ich möchte meine Ungeduld liebevoll in den Arm nehmen, sie achtsam ausbremsen und mir überlegen, was mir heute ein gutes Gefühl schenken würde.

Wie kann ich den Tag so gestalten und vor allem erleben, dass ich abends zufrieden bin, ruhig bin, erfüllt bin? Und zwar mit ganzem Herzen, ohne Angst, dass heute etwas anderes auf der Strecke geblieben ist, das mir vielleicht auch wichtig ist.

Wer weiß, vielleicht werde ich dir dann schon bald von diesen neuen Erkenntnissen berichten – und wenn nicht, sitze ich hoffentlich mit einem ordentlichen JOMO (Joy of missing out)-Gefühl auf dem Sofa und mache einfach nichts! :)

Jetzt zu dir?

Hast du bereits von FOMO gehört und kennst du das von dir persönlich? Mach gern bei meiner Instagram-Umfrage (@lebensfreude_heute_blog) mit oder schreib mir hier einen Kommentar.

Ich freu mich riesig von dir zu lesen!

Alles Liebe und lebensfreudige Grüße
Deine Karima Stockmann – Die Lebensfreude-Stifterin

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  6 Kommentare zu “FOMO (Fear Of Missing Out): von der Angst etwas zu verpassen”

  1. Liebe Karima
    Oh wie gut ich das kenne.. und wie schwierig es manchmal ist zu seinen Bedürfnissen mit wenn und aber zu stehen. Ich finds so mutig und hilfreich für mich von deinen sehr ehrlichen Momenten zu lesen. Du machst Mut!!
    Danke dafür..
    Und ich gratuliere dir zu deinem 7 Jahre Blog..
    Herlichste CH Grüsse und gute wohlwollende Adventszeit Anne

    • Liebe Anne, danke dir für deine Nachricht hier und deine lieben Glückwünsche!
      Es freut mich von Herzen, wenn ich Dich dadurch ermutigen darf…
      Alles Liebe in die Schweiz und auch Euch eine „wohlwollende Adventszeit“ – wohlwollen klingt super!:)
      herzliche Grüße
      Karima

  2. Hallo liebe Karima. Ja das kenne ich. Dadurch das ich seit 2Jahren probleme mit dem fahren auf der Autobahn habe. Denke ich es gibt so schöne Flecken in Deutschland oder Freundinnen die 1 Stunde weiter weg wohnen und traue mich nicht dahin. Hatte dieses Problem vor 20 Jahren schon einmal. Dann denke ich was für schöne Dinge ich dadurch verpasse. Ich versuche immer dieses Gefühl in den Arm zz nehmen und nicht wegzudrücken. Manchmal gelingt es. Werde weiter daran arbeiten. Wenn du einen tip für mich hättest wäre toll. Ich wünsche Dir für den 1. DEZEMBER Dein 7 jähriges Jubiläum alles Liebe und eine schöne Vorweihnachtszeit. Liebe Grüsse Gisela

    • Liebe Gisela,
      vielen lieben Dank, dass du uns alle an deinen Erfahrungen teilhaben lässt.
      Tatsächlich hat mir das bewusste Wahrnehmen all dessen, was es neben diesen möglicherweise verpassten „Flecken, Freundinnen und Möglichkeiten“ gibt, sehr geholfen.
      Denn dadurch habe ich erkannt, dass ich hier eigentlich gerade gar kein wirkliches Problem habe. Ich verpasse nichts, denn das was ich erlebe ist GENUG!
      Auch wenn ich dies oder das nicht tue, ist es ok. Wenn ich mich den Geschenken meines Tages zuwende – anstatt meiner Angst, etwas zu verpassen oder Chancen nicht zu nutzen – erkenne ich, dass ich bereits in Fülle lebe.
      Auch, wenn ich vielleicht nicht alles habe, was ich mir wünsche…
      Erinnerst du dich noch an meine Grußkarte von Iman Shafi’i?
      Diese bringt es für mich genau auf den Punkt:

      „Mein Herz beruhigt sich in der Gewissheit,
      dass ich das, was für mich gedacht war, niemals verpassen werde,
      und dass das, was ich verpasse, niemals für mich gedacht war.“

      Ich hoffe, es hilft auch dir…
      Alles Liebe und danke dir sehr für deine lieben Wünsche zum 7-Jährigen
      Karima

  3. Hi, Du Liebe!
    Ich verstehe Dich gut und ja, hatte ich auch mal und habe ich auch immer mal wieder, aaaaber immer seltener – nicht wie in der Werbung;-)immeröfter….
    Und ich finde inzwischen total gelassen ( na ja, 58 halt:-)) ALLES DARF SEIN und ALLES HAT SEINE ZEIT!
    Für mich hat regelmäßiges Dankbarkeitstagebuch und regelmäßiges Meditieren den Schlüssel zur Zufriedenheit gebracht und die Flexibilität JEDE Veränderung willkommen zu heißen und in allem etwas Gutes zu suchen UND zu finden♥.
    Ich habe vor 24 Jahren immer bewusst jede Sekunde mit meinem Sohn genossen ( ein Hoch auf die Selbständigkeit) und genieße es jetzt genauso hier vorweihnachtlich „den Griffel fallen zu lassen“ und einfach eine Woche zu ihm nach Berlin zu fahren und dort in die Welt meines inzwischen erwachsenen Sohnes einzutauchen:-)
    Schönen Advent noch und hammergut, dass es Dich und Deinen Output gibt♥
    Allerliebste Grüße aus dem Rheinland von der Paragraphensylvia

    • Liebe Sylvia,
      tausend Dank für deine liebe Nachricht!
      Wie schön zu sehen, dass Du deinen Weg gefunden hast, mit den vielen „Verlockungen“ und „Möglichkeiten“ umzugehen.
      Auch mir hilft die Meditation immens.
      Denn sie ist wie ein Schlüssel fürs „Hier-und-Jetzt-Schlüsselloch“ und dahinter liegt das Zimmer der Zufriedenheit :)
      Wir bekommen Abstand von Gedanken und erleben die Gegenwart dadurch gelassener und entspannter…
      Ich wünsche dir eine wundervolle Zeit bei deinem Sohn und danke für deine ermutigenden Worte und Gedanken!
      Ganz liebe Grüße zurück
      Karima

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